7/23/2013

Und der Heilige Vater ist in der Stadt

Gestern kam es auf dem Weg vom Flughafen in die Innenstadt zu teilweise tumultartigen Szenen rund um den Kleinwagen von Papst Franziskus. Ich bin froh, dass ich nicht der Sicherheitschef dieser Reise bin, aber andererseits ist Franziskus eben ein Papst des Volkes und das wird er sich nicht durch Panzerglas und Sicherheitskorridore nehmen lassen - hoffentlich.

Und das Besondere: der Wagen des Papstes kam auch direkt an den Wartenden vor dem Sambadrom vorbei, direkt an den Jugendlichen aus dem Erzbistum Hamburg! Soweit ich weiss, gibt es ein Handyvideo, ich werde versuchen, es zu beschaffen und hier einzustellen. Aber damit haben die meisten aus der Gruppe schon jetzt den Papst tausendmal naeher erlebt als in Madrid beim letzten Weltjugendtag.

Hamburger Schietwetter an der Copacabana

Gestern warteten wir noch vier Stunden im prallen Sonnenschein am Sambadrom, bis wir alle Unterlagen, Pilgerausweise, Rucksaecke und Nahverkehrsausweise zusammen hatten. Aber am Abend kam der Nieselregen. Es ist nicht so, dass es kalt waere, aber der Regen durchfeuchtet langsam die T-Shirts und Rucksaecke. Heute Abend beim Eroeffnungsgottesdienst an der Copacabana wird es sicher immer noch klamm und feucht sein, aber die gute Nachricht ist: Am Sonnabend soll es wieder sonnig und trocken werden, puenktlich zu Vigil und Abschlussgottesdienst. Und ausserdem kann so keiner einen Sonnenbrand oder -stich bekommen.
Gestern im Sambadrom - praller Sonnenschein und Regenschirme gegen die Sonne.

Rio de Janeiro, die Armut und ein unerwarteter Heimat-Stadtteil

Es muss ein weiser Plan des Weltjugendtagsbueros in Rio de Janeiro gewesen sein, die europaeischen Teilnehmer in den reicheren Stadtteilen unterzubringen. Safety first oder der Wunsch, den Armutsschock klein zu halten - was moegen die Beweggruende gewesen sein? Jedenfalls ist die Hamburger Gruppe in Barra Tijuca untergebracht, manche Reisefuehrer schreiben zu diesem Stadtteil "das Miami Brasiliens".
Amkunft in unserer neuen Heimatpfarrei, Warten auf die Gastfamilien.

Blick von der Dachterrasse einer der Unterkuenfte.

Fest steht: es mangelt an nichts. Alle haben beste Unterkuenfte in Familien, meist in mit Sicherheitsschranken versehenen kleinen Vierteln. Hier gibt es keine Kriminalitaet auf der Strasse und auch keine Armut. Da ich selbst zu denjenigen gehoere, die die Verantwortung fuer die Jugendlichen und jungen Erwachsenen habe, kann ich in diesem Punkt also beruhigt sein. Aber ist das das typische Brasilien? Die Armut und all die anderen Probleme sind ja trotzdem weiterhin vorhanden, nur nicht in unserem Stadtteil.

Ein kleiner Nachtrag noch zu Argentinien

Wie hier schon zu lesen war, hatte es am Tag der Besichtigung der Wasserfaelle auch Wasserfaelle vom Himmel gegeben. Schade. Aber andererseits haben wir so auch noch auf eine ganz andere Weise die rote Erde der Provinz Misiones kennengelernt. Glitschig ist es dann auf unbefestigten Strassen und Wegen und der lehmige Boden klebt an den Sohlen der Schuhe. So werden manche mit der Zeit ein bisschen groesser.
Annettes Spuren im Matsch...

7/22/2013

Oi Rio!

Wir sind gut angekommen, haben heute die Pilgerpakete abgeholt und viel gewartet - morgen mehr!

Am Flughafen von Rio de Janeiro
Aufmunternde Worte waehrend des vierstuendigen Wartens auf die Pilgerpakete

Die Wasserfälle von Iguazu und reichlich fluessiger Sonnenschein!




Die Wasserfaelle - ein Wunder der Schoepfung.
Gewitterregen in Puerto Iguazu.
Und noch ein Blick auf die Wasserfaelle.

Abschied aus Wanda

Mit einem Gottesdienst und der anschliessenden grossen Fiesta wurde am Freitagabend der Abschied aus Wanda eingelautet. Diakon Gerardo Vetter war mit seiner Frau extra aus Eldorado angereist, um im Gottesdienst zu uebersetzen - unsere Spanischkenntnisse haben sich in den Tagen zwar merklich gesteigert, fuer eine ganze Predigt reichten sie dann aber doch noch nicht... Es gab traditionelle argentinische Taenze und norddeutschen Gesang, leckere Empanadas und noch Besuch von einer 250 koepfigen Pilgergruppe aus den USA, Kanada und Taiwan. Bis zum Morgengrauen wurde im Club ONE - der Disco von Wanda - zu argentinischer Livemusik weitergefeiert.
Nach einer kurzen Nacht hiess es Abschied nehmen von den Gastfamilien. Es dauerte lange, bis der Bus losfahren konnte. Dankes- und Segenslieder wurden gesungen, ein letztes, ein allerletztes und ein allerallerletztes Photo, noch einmal umarmen, Kuesschen rechts und links und dann ging es los Richtung Puerto Iguazu zu den Wasserfaellen.
Die Herzlichkeit, mit der wir aufgenommen wurden, die Kommunikation, die sich mit ein paar Worten Spanisch, Google-Translator, Woerterbuechern, Haenden und Fuessen und viel Humor entwickelt hatte und die vielen gemeinsamen Erlebnisse haben wir im Herzen mitgenommen. Hoffentlich halten die neu genknuepften Bande lange und vielleicht koennen wir bald eine Gruppe Jugendlicher aus Wanda im Erzbistum Hamburg begruessen!
Abschiednehmen in Wanda
Bruder Johannes predigt im grossen Abschlussgottesdienst.